So führen Sie eine Bewertung der Implementierungsbereitschaft für Intune durch
Vor der Einführung von Microsoft Intune sollten IT-Verantwortliche einen Schritt zurücktreten und über das Dashboard hinausblicken. Bei einer erfolgreichen Intune-Implementierung geht es nicht nur darum, Geräte zu registrieren oder Richtlinien zu verteilen, sondern darum, eine solide Grundlage für eine sichere, effiziente und benutzerfreundliche Verwaltungsumgebung zu schaffen. Ohne eine ordnungsgemäße Bereitschaftsprüfung riskieren Unternehmen falsch abgestimmte Richtlinien, nicht unterstützte Geräte, frustrierte Benutzer und kostspielige Lizenzierungsfehler. Dieser Leitfaden beschreibt sieben wesentliche Schritte, die jede IT-Führungskraft vor der Einführung befolgen sollte, und deckt dabei alles ab – von der Festlegung klarer Ziele und der Bestandsaufnahme der Geräte bis hin zur Planung der Kommunikation und des Supports. Behandeln Sie dies als strategisches Projekt und nicht nur als Aufgabe auf einer Checkliste. Wenn das Fundament solide ist, wird Intune zur Startrampe für moderne, Cloud-orientierte IT-Abläufe.
Schritt 1: Legen Sie Ihre Ziele fest
IT-Administratoren sollten klare Verwaltungsziele festlegen, um sicherzustellen, dass die Lösung den Anforderungen des Unternehmens und der technischen Infrastruktur entspricht. Zu den wichtigsten Schwerpunkten gehören die Sicherung des Zugriffs auf Apps und Daten sowohl auf privaten als auch auf Unternehmensgeräten, die Bereitstellung und Konfiguration wichtiger Anwendungen, die Durchsetzung der Einhaltung aktueller Richtlinien sowie die Einrichtung einer bereichsbezogenen Verwaltungskontrolle mithilfe von rollenbasierten Zugriffskontrollen (RBAC) und dynamischen Gruppen. Eine frühzeitige Klärung dieser Ziele hilft IT-Teams dabei, die MDM- und MAM-Funktionen von Intune, den bedingten Zugriff sowie App-Schutzrichtlinien effektiv zu nutzen, um eine sichere, verwaltbare und benutzerorientierte Endgeräteumgebung zu schaffen.

Klare Ziele für den Einsatz von Intune festlegen
Unternehmen sollten den Einsatz von MDM (Mobile Device Management) und MAM (Mobile Application Management) auf konkrete Geschäftsziele wie sicheren Zugriff, dezentrale IT oder Datenschutz abstimmen. Ziel: Zugriff auf Unternehmensanwendungen und E-Mail Benutzer erwarten einen nahtlosen Zugriff auf Anwendungen wie Microsoft 365, Teams, Outlook und LOB-Anwendungen. Stellen Sie Anwendungen entsprechend den Anforderungen der Teams bereit (z. B. benötigt der Vertrieb möglicherweise nur Teams und Excel). Verwenden Sie Intune-App-Konfigurationsrichtlinien, um Apps wie Outlook vorab zu konfigurieren. Entscheiden Sie, ob der Zugriff auf Apps über private (BYOD-)Geräte unterstützt werden soll.
Aufgabe: Identifizieren und listen Sie die kritischen Apps für jede Benutzergruppe auf.
Ziel: Sicherer Zugriff auf allen Geräten
Die Sicherheit muss sich auf alle Gerätetypen erstrecken (unternehmensgeführte und private). Umsetzung:
- Microsoft Defender for Endpoint für Viren- und Malware-Schutz.
- Bedingter Zugriff, um den Zugriff von kompromittierten oder nicht konformen Geräten zu blockieren.
- Aktualisieren Sie die Richtlinien für Betriebssysteme und Anwendungen, um Sicherheitslücken zu verringern.
- Zertifikate und PKI für die passwortlose Authentifizierung.
- MFA und biometrische Daten zur Verbesserung der Anmeldesicherheit.
- Richtlinien zum App-Schutz für die Datenkontrolle bei BYOD.
Aufgabe: Legen Sie Ihre Sicherheitsstrategie fest (Virenschutz, Updates, MFA, App-Schutz).
Ziel: Dezentrale IT (dezentrales Management)
Ermöglichen Sie standort- oder abteilungsspezifischen IT-Administratoren, nur ihren jeweiligen Zuständigkeitsbereich zu verwalten. Verwendung:
- Scope-Tags (über RBAC) zur Einschränkung der Administratorrechte.
- Geräteregistrierungskategorien zur Automatisierung der Gruppenzuordnung.
- Dynamische Gruppen in Entra ID für eine bessere Organisation.
- Mehrere Administratorgenehmigungen für sensible Richtlinien.
- Endpunkt-Berechtigungsmanagement zur Ermöglichung einer begrenzten Berechtigungserweiterung für Benutzer.
Aufgabe: Entwerfen Sie Ihre Verwaltungsstruktur und die Hierarchie der Gerätegruppen.
Ziel: Die Sicherheit und den geschützten Umgang mit Unternehmensdaten gewährleisten
Schützen Sie Daten vor versehentlicher Weitergabe, Verlust oder Diebstahl. Nutzen Sie Intune, um verlorene oder gestohlene Geräte zu löschen oder außer Betrieb zu nehmen. Führen Sie eine selektive Löschung durch, um Unternehmensdaten von privaten Geräten zu entfernen, ohne dabei private Daten zu beeinträchtigen. Blockieren Sie Funktionen wie Kopieren/Einfügen, Screenshots und E-Mail-Weiterleitung mithilfe von App-Schutz oder Konfigurationsprofilen.
Aufgabe: Erstellen Sie einen Plan für den Datenschutz in verschiedenen Szenarien (z. B. Ausscheiden von Teammitgliedern, Verlust von Geräten).
Zusammenfassung der zu erledigenden Aufgaben
- Erstellen Sie eine Liste der wichtigsten Benutzer-Apps.
- Erstellen Sie einen umfassenden Sicherheitsplan für Geräte und Apps.
- Errichten Sie eine verteilte IT-Struktur unter Verwendung von RBAC und dynamischen Gruppen.
- Erstellen Sie Datenschutz- und selektive Löschstrategien für alle Gerätetypen.
Schritt 2: Erstellen Sie eine Bestandsliste Ihrer Geräte
Vor der Einführung von Microsoft Intune müssen IT-Administratoren ihre Geräteumgebung sorgfältig analysieren, um eine reibungslose und sichere Bereitstellung zu gewährleisten. Von Desktops und Laptops bis hin zu Mobiltelefonen und Geräten von Außendienstmitarbeitern muss jeder Endpunkt, der mit Unternehmensdaten interagiert, bewertet werden. Dazu gehören die Überprüfung der Geräteplattformen, der Austausch nicht mehr unterstützter Hardware sowie klare Entscheidungen hinsichtlich der Verwaltung privater (BYOD) und unternehmensgeführter Geräte. Unabhängig davon, ob Sie von lokalen Lösungen umsteigen oder MDM/MAM zum ersten Mal implementieren – diese Planungsphase ist entscheidend, um Ihre Gerätemanagementstrategie auf die Ziele in Bezug auf Sicherheit, Produktivität und Benutzererfahrung abzustimmen.
Unsere Experten raten Ihnen, Ihr Geräte-Ökosystem und Ihren Stack sowie Ihre Gruppenrichtlinien zu überprüfen. Oft sehen wir Gruppenrichtlinien, die noch aus Windows 7 oder früheren Versionen stammen, da die Domäne schon lange besteht, und manche Richtlinien sind zwar nicht mehr relevant, werden aber weiterhin auf Geräte angewendet. Nutzen Sie diese Zeit für einen Frühjahrsputz Ihrer ADMX-Dateien und exportieren Sie diese mit dem in Intune integrierten Tool, das sich im letzten Jahr in der öffentlichen Vorschau befand und nun allgemein verfügbar ist. Es hilft dabei, veraltete oder ungenutzte Richtlinien zu identifizieren, insbesondere solche, die für Windows 7- oder XP-Rechner gedacht sind, da sich Windows 10 dem Ende seines Lebenszyklus nähert. Denken Sie daran, dass das Ende des Lebenszyklus von Windows 10 im Oktober 2025 liegt – berücksichtigen Sie dies insbesondere im Hinblick auf Hardware-Anforderungen wie TPM 2.0. Viele Unternehmen beginnen nun damit, die Kompatibilität mit Windows 11 mithilfe von Tools wie Intune zu prüfen.
Bestandsaufnahme aller Gerätetypen
Dazu gehören Desktop-Computer, Laptops, Tablets, Mobiltelefone, Handscanner und alle Geräte, die auf Ressourcen der Organisation zugreifen. Berücksichtigen Sie dabei sowohl unternehmenseigene als auch private (BYOD-)Geräte.
Nicht mehr unterstützte Geräte aktualisieren oder ersetzen
Geräte, auf denen ältere Betriebssystemversionen laufen (z. B. Windows 7, das ursprüngliche Betriebssystem des iPhone 7), stellen ein Sicherheitsrisiko dar und sollten aktualisiert oder ausgetauscht werden.
Entscheiden Sie sich zwischen BYOD (MAM) und unternehmenseigenen Geräten (MDM) BYOD / Mobile App Management (MAM):
Die Nutzer behalten die Kontrolle über ihre privaten Geräte. Schützt nur Unternehmensdaten in Apps, nicht das gesamte Gerät. Senkt die Kosten und unterstützt hybrides Arbeiten. Weniger einschränkend, bietet aber auch nur begrenzte Kontrollmöglichkeiten.

Unternehmensgeräte / Mobile Device Management (MDM):
Volle Kontrolle über das gesamte Gerät (Hardware und Software). Unterstützt die vollständige Fernlöschung, die Durchsetzung von Richtlinien und die Bereitstellung von Apps. Sicherer, jedoch mit höheren Kosten und größerer Komplexität verbunden.
Aufgabe: Entscheiden Sie, wie mit privaten Geräten umgegangen werden soll
Option 1: BYOD mit optionaler Registrierung zulassen – Klären Sie die Benutzer darüber auf, was eine Registrierung bedeutet. Wenden Sie App-Schutzrichtlinien (APP) an, wenn sich Benutzer nicht registrieren. Setzen Sie die Richtlinien mithilfe von bedingtem Zugriff (CA) und den Nutzungsbedingungen durch.
Option 2: Alle Geräte müssen vollständig verwaltet werden – Erzwingen Sie die Registrierung mithilfe von „Conditional Access“. Übertragen Sie VPN-/WLAN-Einstellungen, stellen Sie obligatorische Apps bereit und sorgen Sie für die Einhaltung der Richtlinien. Nutzen Sie Hardware-Erneuerungspläne, um die Sicherheit der Geräte zu gewährleisten und sie auf dem neuesten Stand zu halten.
Bewährte Vorgehensweise: Gehen Sie davon aus, dass Daten das Gerät verlassen. Setzen Sie Überwachungs- und Nachverfolgungstools ein. Befolgen Sie die Zero-Trust-Prinzipien, um Risiken zu minimieren.
Verwaltung von Windows-Desktopgeräten
Geräte mit Windows 10 oder höher unterstützen die moderne Verwaltung über Intune. Intune ersetzt die herkömmliche lokale Gruppenrichtlinie durch einen cloudbasierten Einstellungs-Katalog. Wenn Sie zusätzlich Configuration Manager nutzen, sollten Sie die gemeinsame Verwaltung einsetzen.
Aufgabe: Bewerten Sie Ihren aktuellen MDM-Ansatz
- Wenn kein MDM eingerichtet ist → dann direkt zu Intune wechseln.
- Bei Verwendung von lokalen GPOs → erleichtert der Einstellungskatalog von Intune den Übergang.
- Bei Verwendung des Configuration Managers → wählen Sie:
- Gemeinsame Verwaltung: Aufteilung der Arbeitslasten zwischen Cloud und On-Premise.
- Mieter-Anhang: Verwenden Sie die Intune-Konsole, um lokale Geräte zu überwachen.
- Vollständige Migration: Verlagern Sie die gesamte Verwaltung über Intune in die Cloud.
Geräte von Mitarbeitern mit Kundenkontakt (FLW) verwalten
Einsatzbereiche: Einzelhandel, Gesundheitswesen, Fertigung usw. Die Geräte können entweder von einem einzelnen Benutzer oder gemeinsam genutzt werden. Sie werden häufig im Kiosk-Modus oder mit eingeschränktem Funktionsumfang betrieben (z. B. Tablets zur Patientenaufnahme). Die Registrierung und vollständige Verwaltung erfolgt über Intune.
Zusammenfassung der zu erledigenden Aufgaben
- Nicht unterstützte Geräte aktualisieren.
- Legen Sie fest, wie BYOD-Geräte und unternehmenseigene Geräte verwaltet werden sollen.
- Aktuelle MDM-Lösungen bewerten und die Migration planen.
- FLW-Szenarien identifizieren und verwalten.
Schritt 3: Kosten und Lizenzierung ermitteln
Vor der Bereitstellung von Microsoft Intune müssen IT-Administratoren die Lizenzanforderungen sorgfältig prüfen, um sicherzustellen, dass sie alle erforderlichen Funktionen erhalten, ohne zu viel Geld auszugeben. Intune ist kein eigenständiges Produkt, sondern lässt sich in Dienste wie Microsoft Entra ID, Microsoft 365 Apps, Defender for Endpoint und Microsoft Purview integrieren, um eine umfassende Geräte- und Anwendungsverwaltung, die Durchsetzung von Sicherheitsrichtlinien sowie Compliance-Kontrollen zu ermöglichen. Je nach Ihren Zielen – sei es die Bereitstellung von Richtlinien, die Durchsetzung von Sicherheitsgrundlagen oder die Verwaltung von Microsoft 365-Apps – benötigt Ihr Unternehmen möglicherweise unterschiedliche Lizenzkombinationen. Zu verstehen, welche Dienste unverzichtbar sind und welche in gebündelten Plänen wie Microsoft 365 E5 oder Enterprise Mobility + Security enthalten sind, ist entscheidend für die Entwicklung einer kosteneffizienten und skalierbaren Endpunktverwaltungsstrategie.
Unsere Experten erklären: Schritt drei umfasst die Berechnung der Lizenzkosten. Der Intune-Tarif „Plan One“ ist in vielen SKUs enthalten, beginnend mit „Business Premium“. SKUs wie ME3 und ME5 enthalten ebenfalls Lizenzen, die separat erworben werden können. Selbst während der ersten Testphase und der Einführungsphase ermöglicht der Besitz aktiver Lizenzen oder SKUs den Zugriff auf das Admin Center.
Intune ist Teil eines größeren Ökosystems
Microsoft Intune lässt sich am besten mit anderen Microsoft-Diensten kombinieren, wie zum Beispiel:
- Microsoft Entra ID (P1/P2)
- Microsoft 365 Apps
- Defender für Endgeräte
- Microsoft Purview
- Microsoft Security Copilot
- Intune Suite
Die Lizenzanforderungen hängen von Ihrem Anwendungsfall ab
Die Lizenzanforderungen für Microsoft Intune hängen von Ihrem jeweiligen Anwendungsfall ab. Wenn Sie lediglich grundlegende Richtlinien ohne Durchsetzung bereitstellen, reicht Intune allein aus. Wenn Sie jedoch die Einhaltung von Vorschriften durchsetzen möchten, z. B. durch die Vorgabe von Kennwörtern oder bestimmten Gerätekonfigurationen, benötigen Sie zusätzlich Microsoft Entra ID P1 oder P2. Für die Verwaltung von Microsoft 365-Apps allein gilt als Mindestanforderung „Microsoft 365 Basic Mobility and Security“. Für die Bereitstellung und Absicherung von Microsoft 365-Apps benötigen Sie sowohl Intune als auch Microsoft 365 Apps. Wenn Sie Apps bereitstellen und Richtlinien durchsetzen möchten, ist die vollständige Konfiguration – einschließlich Intune, Microsoft 365 Apps und Entra ID P1 oder P2 – erforderlich, um vollständige Kontrolle und Compliance zu gewährleisten.
Wichtige Funktionen im Zusammenhang mit der Lizenzierung
- Windows Autopilot (automatische Registrierung) – Erfordert Entra ID + Intune
- Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) – Entra ID P1/P2
- Zugangssteuerung – Entra ID P1/P2
- Dynamische Gruppen – Entra ID P1/P2
- Defender for Endpoint – im Lieferumfang von Microsoft 365 E5 enthalten
- Microsoft Purview – Für Datenschutz und Klassifizierung
- Copilot in Intune – Erfordert eine Microsoft Security Copilot-Lizenz
- Intune Suite – Bietet erweiterte Funktionen (z. B. Remote-Hilfe, Cloud-PKI)
Ziehen Sie kostengünstige Paketangebote in Betracht
Viele dieser Dienste sind in Microsoft 365 E5 oder Enterprise Mobility + Security (EMS) enthalten. Je nach Ihren Anforderungen ist der separate Erwerb dieser Dienste möglicherweise weniger kosteneffizient.
Aufgabe: Ermitteln Sie Ihren Lizenzbedarf und prüfen Sie, welche Ziele Ihre Organisation verfolgen möchte:
- Richtlinien bereitstellen?
- Die Einhaltung der Vorschriften durchsetzen?
- Nur Apps verwalten?
- Unternehmensdaten schützen?
Ordnen Sie diese Ziele dann der passenden Kombination von Lizenzen zu.
Schritt 4: Überprüfung bestehender Richtlinien und der Infrastruktur
Bei der Modernisierung des Gerätemanagements durch IT-Teams ist die Überprüfung Ihrer aktuellen Richtlinien und Infrastruktur ein entscheidender erster Schritt. Viele Unternehmen verlassen sich nach wie vor auf veraltete oder nur unzureichend verstandene lokale Gruppenrichtlinienobjekte (GPOs), was zu Ineffizienzen und einem unübersichtlichen Richtlinienwust führt. Anstatt alte Vorgehensweisen zu wiederholen, bietet diese Phase die Gelegenheit, neue Ziele zu setzen, Ihre Umgebung zu vereinfachen und die cloud-nativen Funktionen von Microsoft Intune zu nutzen. Durch die Überprüfung bestehender Konfigurationen, die Umstellung älterer GPOs und die Konsolidierung von Verwaltungstools können IT-Administratoren eine optimierte, skalierbare Grundlage für ein sicheres, richtliniengesteuertes Gerätemanagement in der Cloud schaffen.
Unsere Experten sagen, dass Schritt vier ein guter Zeitpunkt ist, um die Gruppenrichtlinien zu überprüfen und festzustellen, ob sie noch relevant sind und welche nicht mehr zutreffen. Dazu gehört auch, zu verstehen, wie Intune ADMX unterstützt, beispielsweise wie wir diese GPOs importieren können. Außerdem ist es wichtig zu klären, ob die GPOs, auf die wir uns bisher verlassen haben, nun in Konfigurationsprofile und -richtlinien umgewandelt werden können.
Bestehende Richtlinien und Infrastruktur vor Ort bewerten
Viele Unternehmen verwenden veraltete Richtlinien, wie beispielsweise alte Gruppenrichtlinienobjekte, ohne deren Zweck zu verstehen. Verlagern Sie Ihren Fokus von dem, „was Sie schon immer so gemacht haben“, hin zu Ihren aktuellen und zukünftigen Zielen. Erstellen Sie eine Bestandsaufnahme Ihrer aktuellen Richtlinien und klären Sie deren Geltungsbereich – ob global, standortspezifisch oder auf Geräteebene.
Aufgabe: Prüfung der lokalen Aufgaben – Ermittlung, welche lokalen Dienste und Richtlinien in die Cloud verlagert werden können oder sollten. Abbildung der bestehenden Gruppenrichtlinienhierarchie (LSDOU) auf eine neue Struktur unter Verwendung von Intune-Gruppen (keine Hierarchie in Intune).
Vorbereitung auf die Modernisierung der Richtlinien in Intune
Intune bietet moderne Optionen zur Richtlinienverwaltung:
- Sicherheitsrichtlinien – Vorkonfigurierte Sicherheitseinstellungen gemäß bewährten Verfahren.
- Einstellungsübersicht – Empfiehlt beliebte Konfigurationen auf Grundlage der branchenüblichen Nutzung.
- Einstellungskatalog – Vollständige Liste der konfigurierbaren Einstellungen (ähnlich wie GPOs).
- ADMX-Vorlagen – Cloud-basierte Versionen herkömmlicher GPO-Vorlagen.
- Group Policy Analytics – Tool zum Importieren und Analysieren bestehender GPOs sowie zum Konvertieren dieser in MDM-kompatible Formate.

Erstellen Sie einen „Minimum Viable Policy Set“
Beginnen Sie mit einer Basiskonfiguration, die den Kernzielen entspricht. Beispiele:
- E-Mail-Sicherheit: Schutz der Outlook-App + bedingter Zugriff
- Geräteeinstellungen: PIN-Anforderungen, Einschränkungen bei der Cloud-Sicherung
- Konnektivität: Vorkonfigurierte WLAN-, VPN- und E-Mail-Profile
- Apps: Stellen Sie Microsoft 365 und geschäftsbezogene Anwendungen mit Schutzrichtlinien bereit
Gruppenstrukturen neu bewerten
Ersetzen Sie veraltete Verteilerlisten (DLs) durch Microsoft Entra ID-Gruppen. Nutzen Sie dynamische Gruppen, um die Zielauswahl basierend auf Benutzer- und Geräteattributen zu automatisieren (erfordert Entra ID P1/P2). In Intune oder Microsoft 365 erstellte Gruppen werden von Microsoft Entra ID unterstützt.
Zusammenführung auf einer einzigen MDM-Plattform
Wenn Sie mehrere Tools zur Geräteverwaltung einsetzen, sollten Sie in Erwägung ziehen, diese in Microsoft Intune zusammenzufassen. Intune bietet eine einheitliche Verwaltung von Identitäten, Apps und Geräten, was insbesondere für cloudbasierte Strategien von entscheidender Bedeutung ist.
Schritt 5: Erstellen Sie einen Einführungsplan
Eine erfolgreiche Microsoft Intune-Bereitstellung beginnt mit einer gut geplanten, schrittweisen Einführungsstrategie. Als IT-Administrator ist es unerlässlich, klare Ziele, Erfolgskriterien und Onboarding-Prozesse für Benutzer festzulegen, bevor Richtlinien unternehmensweit bereitgestellt werden. Wenn Sie mit Pilotgruppen beginnen, können Sie Feedback sammeln, Einstellungen optimieren und Störungen minimieren, bevor Sie die Bereitstellung auf Abteilungen, Standorte oder Gerätetypen ausweiten. Die Wahl der geeigneten Registrierungsmethode – sei es Self-Service, unterstützte Registrierung oder persönliche Support-Veranstaltungen wie IT-Messen – ist ebenfalls entscheidend, um sicherzustellen, dass die Benutzer angemessen angeleitet werden und die Geräte sicher registriert werden. Eine strukturierte, auf Feedback basierende Einführung ist entscheidend für die reibungslose und effiziente Skalierung von Intune in Ihrer gesamten Umgebung.
Klare Ziele und Erfolgskennzahlen festlegen
Legen Sie SMART-Ziele fest (spezifisch, messbar, erreichbar, realistisch, terminiert). Nutzen Sie diese Kennzahlen, um den Fortschritt zu verfolgen und die Einführungsstrategien anzupassen. Richten Sie die Einführungsziele an den Unternehmenszielen aus und kommunizieren Sie diese klar und deutlich im Rahmen von Schulungen und Sensibilisierungsmaßnahmen.
Aufgabe: Erstellen Sie einen stufenweisen Einführungsplan – Setzen Sie Intune-Richtlinien schrittweise um, um Risiken zu minimieren und die Akzeptanz zu steigern: Beginnen Sie mit einer Pilotgruppe: Wählen Sie eine kleine, überschaubare Benutzergruppe aus (vermeiden Sie Führungskräfte). Sammeln Sie Feedback, um Richtlinien, Dokumentation und Kommunikation zu verbessern.
Einführung nach folgenden Kriterien ausweiten:
- Abteilungen: Sprechen Sie Nutzer mit ähnlichen Rollen, Apps und Geräten an.
- Geografie: Einsatz nach Standort, um Support und Logistik gezielt auszurichten.
- Plattform: Einführung nach Gerätetyp (z. B. zuerst iOS, dann Android).
Diese Phasen tragen dazu bei, verschiedene Anwendungsfälle zu testen und Störungen zu minimieren.
Anmeldemethoden auswählen
Die Registrierung an Benutzer- und Gerätetypen anpassen:
- Benutzer-Self-Service: Skalierbare, gängigste Methode, bei der sich Benutzer anhand von Anweisungen selbst registrieren.
- Mit Benutzerunterstützung: Die IT-Abteilung begleitet die Benutzer durch den Registrierungsprozess (ideal für Führungskräfte oder technisch weniger versierte Benutzer).
- IT-Messe: Veranstalten Sie eine Veranstaltung oder eine Helpdesk-Sitzung, um die persönliche Anmeldung und Schulung zu unterstützen.
Auf der Grundlage von Rückmeldungen iterieren
Nutzen Sie die Daten aus der frühen Einführungsphase, um zukünftige Phasen optimiert zu gestalten. Gehen Sie Probleme proaktiv an, um die Anzahl der Helpdesk-Anfragen zu reduzieren und die Benutzererfahrung zu verbessern.
Schritt 6: Herausforderungen kommunizieren
Eine erfolgreiche Einführung von Intune hängt nicht nur von der technischen Umsetzung ab, sondern auch von einer klaren und konsistenten Kommunikation mit den Endnutzern. Als IT-Administrator ist die Entwicklung eines strukturierten Kommunikationsplans unerlässlich, um Erwartungen zu steuern, Supportanfragen zu reduzieren und eine reibungslose Einführung zu gewährleisten. Indem Sie die richtigen Informationen zum richtigen Zeitpunkt bereitstellen – vom ersten Kick-off bis hin zu Nachfassmaßnahmen nach der Registrierung –, können Sie den Benutzern helfen, die Vorteile von Intune zu verstehen, zu wissen, welche Schritte sie unternehmen müssen, und sich während der gesamten Umstellung gut unterstützt zu fühlen. Ob per E-Mail, über Teams, interne Portale oder Live-Sitzungen – proaktive Kommunikation ist ein entscheidender Bestandteil Ihrer Change-Management-Strategie.
Kommunikation ist entscheidend für das Veränderungsmanagement
Eine effektive Kommunikation gewährleistet eine reibungslose Intune-Bereitstellung und minimiert Verwirrung oder Widerstände seitens der Benutzer. Halten Sie die Benutzer darüber auf dem Laufenden, was sich ändert, warum dies wichtig ist und was sie tun müssen.
Aufgabe: Erstellen Sie einen strukturierten Kommunikationsplan. Kommunizieren Sie in Phasen, um jede Phase der Einführung zu unterstützen:
Startphase
- Stellen Sie das Intune-Projekt und seine Ziele vor.
- Erläutern Sie die Vorteile für das Unternehmen und die Nutzer.
- Stellen Sie einen allgemeinen Bereitstellungsplan sowie strategische Entscheidungen (z. B. Anforderungen an BYOD) vor.
Phase vor der Einschreibung
- Geben Sie detaillierte Zeitpläne, unterstützte Dienste (wie Outlook und OneDrive) sowie Ressourcen für Benutzer an.
- Legen Sie die Erwartungen fest, bevor die Einschreibung beginnt.
Anmeldephase
- Benutzer benachrichtigen, wenn es Zeit für die Anmeldung ist.
- Fügen Sie eine Schritt-für-Schritt-Anleitung sowie Kontaktdaten für den Support hinzu.
Phase nach der Einschreibung
- Bieten Sie weiterführende Ressourcen an und sammeln Sie Feedback, um zukünftige Einführungen zu verbessern.
Die Kommunikation an den Zeitplan für die Einführung anpassen
Passen Sie die Kommunikation an den Einführungsplan der jeweiligen Gruppe an. Beginnen Sie bereits Wochen im Voraus mit den ersten Kontaktmaßnahmen und sorgen Sie dann in jeder Phase für eine zielgerichtete Kommunikation.

Schritt 7: Unterstützung des Helpdesks und der Endnutzer
Eine reibungslose Einführung von Intune hängt in hohem Maße von einer gut vorbereiteten Supportstruktur ab. Für IT-Administratoren bedeutet dies, Helpdesk- und Supportteams bereits frühzeitig in die Planungs- und Pilotphase einzubeziehen. Wenn Supportmitarbeiter praktische Erfahrungen sammeln, klare Eskalationsverfahren kennen und gezielte Schulungen erhalten, führt dies zu einer schnelleren Problemlösung, einer besseren Benutzererfahrung und höheren Akzeptanzraten. Durch die Einrichtung von Supportstufen, die Überwachung häufiger Probleme und die Förderung der teamübergreifenden Zusammenarbeit kann die IT proaktiv auf die Anliegen der Benutzer eingehen und jede Phase der Bereitstellung verbessern. Ein erfahrener Helpdesk agiert nicht nur reaktiv – er spielt eine entscheidende Rolle bei einer erfolgreichen und skalierbaren Intune-Implementierung.
Support-Teams frühzeitig einbeziehen
Beziehen Sie die Mitarbeiter des Helpdesks und des IT-Supports frühzeitig in die Planungs- und Pilotphase ein. Durch die frühzeitige Einführung von Intune können sie sich mit dem System vertraut machen und sich auf den Support im Produktivbetrieb vorbereiten. Gut geschulte Support-Teams stärken das Vertrauen der Benutzer und fördern die Akzeptanz.
Aufgabe: Schulen Sie Ihre Support-Teams – Bieten Sie praktische Schulungen für alle Plattformen an, die Ihr Unternehmen unterstützt. Beziehen Sie Helpdesk-Mitarbeiter in Ihre Pilotgruppe ein, damit diese Erfahrungen aus erster Hand sammeln können. Stellen Sie verfügbare Ressourcen wie Microsoft-Tutorials, YouTube-Videos und Schulungskurse zur Verfügung.
Supportstufen und Eskalationsverfahren definieren
Definieren Sie Ihre Unterstützungsstruktur klar und deutlich:
- Stufe 1: Helpdesk-Support der ersten Ebene
- Stufe 2: Fortgeschrittene Fehlerbehebung
- Stufe 3: MDM-/Intune-Spezialisten
- Stufe 4: Support durch Microsoft oder einen zertifizierten Microsoft-Partner (falls erforderlich)
Einen Eskalationsablauf zur Lösung von Benutzerproblemen einführen und kommunizieren.
Fazit
Die Einführung von Intune ist nicht einfach nur eine Frage des „Schalters umlegen“ – es handelt sich um ein strategisches Vorhaben, das technische Abstimmung und betriebliche Bereitschaft erfordert. Für IT-Administratoren bedeutet dies mehr als nur eine oberflächliche Konfiguration. Dazu gehört eine umfassende Überprüfung Ihrer bestehenden Geräteumgebung, der Richtlinienstrukturen und der Identitätsarchitektur. Wichtige erste Schritte sind die Sicherstellung korrekter Lizenzierung, die Bereinigung veralteter GPOs und die Überprüfung des Zustands der Microsoft Entra ID-Synchronisierung. Anschließend trägt eine schrittweise Einführung, begleitet von soliden Supportprozessen und einer klaren Kommunikation gegenüber den Benutzern, dazu bei, Störungen zu minimieren und die Akzeptanz zu steigern. Bei korrekter Implementierung ist Intune mehr als nur ein MDM – es ist Ihre zentrale Plattform für sicheres, skalierbares und Cloud-orientiertes Endpunktmanagement.

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